Zeitwahrnehmung

27. Februar 2010

Stefan Postius nähert sich mit dem Thema „Zeitwahrnehmung“ fotografisch. Unterschiedlich lange dauernde Ereignisse werden in gleichgroße Serien gegossen und auf gleicher Länge präsentiert. Durch diese normierte Darstellung zeitlicher Abfolgen verliert der Betrachter das Gefühl für die Wirklichkeit der Zeitdauern der verschiedenen Fotoserien.

Das Erlebnis der Ereignisse kann dicht sein beim „Flüchtigen Blick auf’s Gegenüber“ oder ausgedünnt beim „Tageswechsel über’m Berg“. In der Erinnerung nähern sich beide Ereignisserien zeitlich einander an.

Die für die Arbeit verwendete Intervallfotografie ermöglicht durch unterschiedlich eingestellte Zeitintervalle ein Täuschungsmanöver der Zeitwahrnehmung des Betrachters, ähnlich dem Funktionieren unseres Gedächtnisses.

In 7 Serien wird die Intervalltechnik formal durch die rhythmischen Elemente verdeutlicht. Schönheit und Harmlosigkeit der aufgezeichneten Naturphänomene täuschen über die Unbeeinflussbarkeit und Härte des Zeitgangs hinweg.

Beginn – Ende – Dauer

1  Flüchtiger Blick 07:37 | 07:37 | 1 min
2 Schafe am Morgen 09:27 | 09:44 | 17 min
3 Windgeschwindigkeit 14:10 | 14:12 | 2 min
4 Wetterecke Kassian 14:26 | 14:47 | 21 min
5 Schafe am Abend 19:46 | 19:58 | 12 min
6 Blick in die abendliche Stube 19:51 | 19:51 | 1 min
7 Tageswechsel überm Berg 18:30 | 07:30 | 720 min

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Intervall-Fotografie

05. Juni 2009

In der letzten Zeit habe ich Intervall-Fotografie für mich als neues künstlerisches Ausdrucksmittel entdeckt. Veränderungen im konstanten Rahmen markieren temporäre Kunsterscheinungen. Anders als Film und Video setzt die Intervall-Fotografie Akzente und verzichtet auf zeitliche Details.

Diese Serie, in der der Vorhang eines Appartments im Ansitz Fonteklaus in Südtirol den Blick auf den gegenüber liegenden Hang kurzfristig freigibt, zeigt den Charme der Intervallfotografie: das Wesentliche kurz zu skizzieren.

Foto-Projekte von Stefan Postius

09. Mai 2009

Im dem Projekt “Jazzmusiker” befasse ich mich mit der Hingabe und Intensität von Musikern beim Erzeugen von Tönen und versuche, die Konzentration und Emotionen von Musikern nachzuzeichnen, die zur Schaffung eindringlicher Musik nötig sind.

Ich suche im Konzertsaal fotografische Nähe und schone dabei die Musiker nicht. Mein Ziel ist es, das Typische für das jeweilige Gespann Musiker/Instrument herauszuarbeiten.

2006 wurde mir anlässlich des 9.Schömberger Photoherbst der 2. Preis der Amateure zuerkannt. Thema meiner 10 Fotoblätter war ‚Kunstbetrachtungen‘. Diese Arbeiten beschäftigen sich mit der Auseinandersetzung des Kunstbetrachters mit dem Objekt seiner Betrachtung. Hierbei soll die Intensität der Hinwendung zum Kunstobjekt erkennbar werden.

Gerne befasse ich mich mit zeitlicher Dynamik in der Architektur, Entstehung und Untergang von Gebäuden und mit der Ästhetik im und am Bau. Besonderes Augenmerk schenke ich temporär entstehenden Phänomenen, die ich mit dem Begriff volatile Kunst belege.